EIN STEG FÜR DIE STADT
Produktidee und Visualisierung / 2013


Berlins Wasserflächen sind in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsent. Obwohl die Spree mitten durch die Stadt fließt, sind Aktivitäten an und im Wasser selten. Der begradigte Fluss ist schwer zugänglich und zudem in den Sommermonaten von Abwasser belastet Das war nicht immer so. Noch in den zwanziger Jahren belebten zahlreiche öffentliche Bäder die „Spreebäder“ das Treiben in der Stadt. Sie schafften einen Zugang zum Wasser und waren schwimmend oder auf Pfählen mitten in den Fluss gebaut. Mittlerweile gibt es einige Ansätze in Berlin, die Wasserfläche als Naherholungsgebiet oder Eventort zu reanimieren. Trotzdem kann sich Berlin nicht mit den Städten vergleichen, an denen die Flüsse und Kanäle auch die Lebensadern der Stadt sind. Dort wird an den Uferpromenaden flaniert, Wassersport betrieben oder sich gesonnt.

Der Entwurf „Ein Stegsystem für die Hauptstadt“ bietet einen Raum für alle Aktivitäten am Fluss. Er schafft einen nahtlosen Übergang zum Wasser. Der Steg ist modular und kann für verschiedene Anwendungen modifiziert werden. Die einzelnen Elemente sind schwimmend und über flexible Brücken können sie mit dem Land verbunden werden. Verschiedene Niveaus schaffen Räume zum Liegen, Sonnen, Sitzen, Fussbaden, usw. Es gibt außerdem Elemente, die bepflanzt werden können. Wenn mehrere Elemente kombiniert werden, entsteht so eine Landschaft, die die streng gerade Uferpromenade auflockert, die in der Stadt zu finden ist. Dies wird auch von dem verwendeten Material unterstützt. Durch eine Art Holzimitat (Angedacht ist das Material Resysta, hergestellt aus Reisabfallprodukten) ist er verwitterungsfest, rutschfest bei Nässe und recyclingfähig.

Der Steg muss aber nicht ausschließlich in Berlin verortet sein. Die Hauptsadt ist nur eine unter den Städten deren intensive Bebauung ein Leben mit dem Wasser verhindert. Er bietet darüber hinaus für Wassersportvereine ein Modul dass flexibel, ansprechend und dauerhaft für den Wasserzugang verwendet und je nach Bedarf umgestaltet werden kann.







© Paul Winkler